Adonate

Shoppen für einen guten Zweck

h_da-Studenten ermöglichen kostenloses Spenden im Netz

Kostenlos Geld für einen guten Zweck spenden: Was nach einer Unmöglichkeit klingt, ist Prinzip von ‚Adonate‘, einer gemeinnützigen Webseite von einem aktiven und zwei ehemaligen Studierenden der Hochschule Darmstadt. Jegan Sivalingam, Dardan Zogu und Vedran Gurabic ermöglichen mit ihrer Erfindung, dass Kundinnen und Kunden mit jedem Einkauf bei gängigen Online-Shops einen Teil des Kaufpreises spenden können – ohne Mehrkosten. Dafür müssen sie lediglich www.adonate.de aufrufen und auf die Seite klicken, bei der sie einkaufen wollen.

Beim Spenden via ‚Adonate‘ kommt der Geldbetrag von den teilnehmenden Online-Shops. Er besteht aus einem festgelegten Anteil des jeweiligen Kaufpreises. Jegan Sivalingam, Dardan Zogu und Vedran Gurabic haben als Studenten der Informationswissenschaft am Fachbereich Media am Mediencampus der Hochschule in Dieburg in nur drei Monaten die Seite www.adonate.de aufgebaut – mit Unterstützung von Benjamin Romeis, ‚Lehrkraft für Besondere Aufgaben‘ am Fachbereich Media, der die Gruppe als Spezialist für Online-Marketing beraten hat. Sivalingam hat seine Bachelorarbeit über das Thema geschrieben.

Seit Januar 2014 baut das Trio die Seite kontinuierlich aus. „Wir stoßen überall auf offene Ohren“, sagt Sivalingam. Beim Einkaufen via ‚Adonate‘ gewännen schließlich alle, sagt er: Gute Projekte würden unterstützt, die Einkäuferinnen und Einkäufer täten etwas Gutes und die Unternehmen schärften ihr soziales Profil.

Über 40 Online-Verkaufsportale sind mittlerweile dabei – unter ihnen viele bekannte Händler. Die Tendenz ist stark steigend: In den kommenden Wochen werde sich die Zahl der Partner-Shops fast verdoppeln, sagt Jegan Sivalingam. Mit den bisher zusammengekommenen Spendenbeiträgen haben die Käuferinnen und Käufer gemeinnützige Organisationen im Bereich Nothilfe, Armutsbekämpfung, Krebshilfe sowie Tierschutz unterstützt. Jeden Monat stehen drei neue Einrichtungen zur Wahl, die von den Nutzerinnen und Nutzern der Seite ausgewählt werden. Die Spenden im Mai kamen zum Beispiel den Erdbebenopfern in Nepal zugute. Das Geld fließt an eine Organisation, die im Katastrophengebiet aktiv ist.

 Die durchschnittliche Vermittlungsprovision liegt bei etwa fünf Prozent des Einkaufspreises. ‚Adonate‘ gibt 90 Prozent der Provisionen an Hilfsorganisationen weiter. Mit dem Rest deckt das gemeinnützige Unternehmen die eigenen Kosten. Nutzer können auf der Seite aktuelle Spendenquittungen einsehen und wie viel bei ihrem Einkauf an Spendengeldern zusammengekommen ist. Die Namen der Käuferinnen und Käufer und der Produkte können aus Datenschutzgründen weder von ‚Adonate‘ noch von den Nutzerinnen und Nutzern eingesehen werden. Nur Händler, Einkaufspreis, Zeitpunkt des Einkaufs und die entstandene Spende sind sichtbar. Nutzerinnen und Nutzer können anhand dieser Daten kontrollieren, ob ihr Einkauf gezählt wurde. Durch den täglich aktualisierten Stand der Spenden soll ‚Adonate‘ so transparent wie möglich sein. Im Unterschied zu ähnlichen gemeinnützigen Portalen wie etwa ‚Gooding‘ muss man sich bei ‚Adonate‘ nicht auf der Seite registrieren. „Wir wollen das Portal so einfach wie möglich aufbauen“, sagt Sivalingam. Das mache das Spenden intuitiver und schütze zudem die Privatsphäre, da die Seite keine individualisierten Daten über das Kaufverhalten sammelt.

Die Studenten haben mittlerweile das Bachelor-Studium an der Hochschule Darmstadt abgeschlossen, arbeiten aber weiterhin an den Wochenenden an dem Projekt. „Technisch funktioniert alles sehr gut. Jetzt arbeiten wir daran, das Angebot nutzerfreundlicher und bekannter zu machen“, sagt Dardan Zogu, der wie Vedran Gurabic mittlerweile berufstätig ist. Jegan Sivalingam strebt an der h_da einen Master-Abschluss in Informationswissenschaft an.

Mit Kampagnen in den sozialen Medien und mehr möchte das Team auf ‚Adonate‘ aufmerksam machen. Derzeit geht es darum, die Nutzung zu vereinfachen. In Zukunft soll ein so genanntes ‚Add-on‘ für den Browser – ein kleines, integriertes Programm – beim Online-Einkauf automatisch erkennen, ob der besuchte Shop mit ‚Adonate‘ kooperiert. Über einen im Browser eingebauten Button soll dann gespendet werden können, ohne die Seite von Adonate ansteuern zu müssen. Für die technische Umsetzung dieses Projekts sucht das Team in der Region noch nach Verstärkung.

So funktioniert ‚Adonate‘

Die Webseite www.adonate.de ist eine gemeinnützige Entwicklung von einem aktiven und zwei ehemaligen h_da-Studierenden. Sie bedient sich einer der beliebtesten Einnahmequellen im Internet – dem so genannten ‚Affiliate Marketing‘, das für Jegan Sivalingam, Dardan Zogu und Vedran Gurabic Teil des Lehrinhalts im Fach Informationswissenschaft war. Bei diesem Provisionsgeschäft stellt der Betreiber einer Internetseite Werbeflächen zur Verfügung, zum Beispiel in Form eines Werbebanners oder eines einfachen Links. Klickt dann eine Besucherin oder ein Besucher der Seite auf einen solchen Link, verdient der Betreiber der Webseite an den generierten Erlösen, etwa, wenn der Nutzer auf der Zielseite etwas kauft. Im Unterschied zu kommerziellen Seiten spendet ‚Adonate‘ die generierten Einnahmen und ermöglicht es so, ohne Kosten zu spenden, da das Geld durch den Online-Einkauf generiert wird.

Autor

Nico Damm