Initiative für mehr Verkehrssicherheit in Hessen

Wissenschaft, Praxis und Lehre gehen Hand in Hand

Zwar hat sich die Sicherheit im Straßenverkehr in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert, doch die Anzahl der Todesfälle und Verletzungen ist immer noch zu hoch.

Die Europäische Union hat in 2019 einen Politikrahmen für die Straßenverkehrssicherheit im Zeitraum 2021 bis 2030 – Nächste Schritte auf dem Weg zur „Vision Null Straßenverkehrstote“ vorgelegt. Sie hat ihr ambitioniertes langfristiges Ziel bekräftigt, bis zum Jahr 2050 so weit wie möglich an die Zahl von Null Straßenverkehrstoten heranzurücken („Vision Null“). Darüber hinaus wurden neue Zwischenziele festgelegt, um sowohl die Zahl der Verkehrstoten als auch der schweren Personenschäden zwischen 2020 und 2030 um 50% zu senken. Die EU baut auf nationalen Initiativen auf und bezieht alle Faktoren ein, die bei Unfällen eine Rolle spielen: Infrastruktur, Fahrzeugsicherheit, Verhalten der am Verkehr Teilnehmenden und Notfallmaßnahmen.

In Deutschland hat das Bundeskabinett im Juni 2021 das vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur vorgelegte neue Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung für die Jahre 2021 bis 2030 beschlossen. Ergänzend wurde der „Pakt für Verkehrssicherheit“ gemeinsam mit Ländern und Kommunen geschlossen (www.paktfuerverkehrssicherheit.de). Die Bundesregierung will der Verkehrssicherheitsarbeit damit neuen Schwung geben, um der „Vision Zero“ einen weiteren Schritt näher zu kommen. Bis 2030 soll die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent sinken, zugleich sollen weniger Menschen bei Unfällen schwer verletzt werden.

 

Das Verkehrssicherheitsprogramm des Bundes ist kein starrer Plan, sondern ein lebendiger und lernender Prozess, der regelmäßig überprüft und angepasst werden soll. Mit diesem breiten Ansatz will der Bund Länder und kommunale Spitzenverbänden, aber auch die Fachöffentlichkeit bei Verbänden, Institutionen und Unternehmen noch stärker als zuvor einbinden.

Ebenso will der Bund seine Verkehrssicherheitsarbeit alle zwei Jahre noch intensiver hinterfragen. Dazu wird der bisher schon alle zwei Jahre vorgelegte Unfallverhütungsbericht um ein umfassendes Monitoring erweitert. Hierfür werden Verkehrssicherheitsindikatoren implementiert, welche zusätzlich zu den etablierten Unfall- und Unfallopferzahlen eine Änderung des Sicherheitsniveaus im Verkehrssystem messbar machen.

Als erstes Bundesland hat Bayern sein Verkehrssicherheitsprogramm 2030 vorgelegt: Die Unversehrtheit aller Verkehrsteilnehmenden steht im Mittelpunkt. Der Schutz von Radfahrenden sowie der schwächsten am Verkehr Teilnehmenden wie Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderung wird dort als Kernaufgabe genannt. In Hessen steht die Veröffentlichung des neuen Landesprogramms für die Verkehrssicherheit mit vergleichbarer Zielrichtung unmittelbar bevor.

Auch die aktuellen Aktivitäten unserer Nachbarländer Österreich und Schweiz richten sich an diesen Zielen aus.

Das diesjährige Symposium gibt einen Überblick zu Bundes- und Landesebene sowie den strategischen Ansätzen unserer Nachbarländer. Ein besonderer Blick geht wiederum auf den Fuß- und Radverkehr.

Die gemeinsame Initiative für mehr Verkehrssicherheit in Hessen soll die Aus- und Weiterbildung in der Verkehrssicherheitsarbeit unterstützen. Das Wissen aus den Regelwerken soll um Informationen zu aktuellen Forschungsergebnissen ergänzt werden. Neue Handlungsansätze werden vorgestellt, um Impulse für Veränderungen zu geben.

Weitere Informationen

Kontakt

Fachbereich Bau-und Umweltingenieurwesen, Schwerpunkt Verkehrswesen
Herr Prof. Dr. Jürgen Follmann

Kommunikation
Haardtring 100
64295 Darmstadt

Fragen oder Anmerkungen

Unterrichtseinheiten

Die Veranstaltung wird von der Ingenieurkammer Hessen mit 5 Unterrichtseinheiten (UE) bewertet.

Programm 2021

Hier finden Sie das Programm zum Symposium Verkehrssicherheit 2021.

Bilder der vergangenen Veranstaltung