Initiative für mehr Verkehrssicherheit in Hessen

Wissenschaft, Praxis und Lehre gehen Hand in Hand – am 15.09.2026

Die Europäische Union hat 2019 einen Politikrahmen für die Straßenverkehrssicherheit von 2021 bis 2030 – Nächste Schritte auf dem Weg zur „Vision Null Straßenverkehrstote bis 2050“ vorgelegt. Auch die Anzahl der Schwerverletzten soll sich entsprechend reduzieren. Die EU baut auf nationalen Initiativen auf und bezieht alle Faktoren ein, die bei Unfällen eine Rolle spielen: Infrastruktur, Fahrzeugsicherheit, Verhalten der am Verkehr Teilnehmenden und Notfallmaßnahmen.


Das deutsche Verkehrssicherheitsprogramm für die Jahre 2021 bis 2030 hat in Verbindung mit dem „Pakt für Verkehrssicherheit“ von Bund, Ländern und Kommunen das Ziel von 40 Prozent weniger Getöteten im Straßenverkehr für diesen Zeitraum. Zugleich sollen weniger Menschen bei Unfällen schwer verletzt werden. In der nationalen Verkehrssicherheitskonferenz 2026 wurden die Ziele bestätigt und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für sichere Straßen hervorgehoben. Hessen hat 2022 seine Verkehrssicherheitsstrategie bis 2035 vorgelegt und nimmt die Ansätze des Bundes auf. Die Halbzeitbilanz wird aktuell evaluiert.


Zwar hat sich die Sicherheit im Straßenverkehr in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert, doch die Anzahl der schweren Personenschäden ist immer noch zu hoch. Gegenläufig ist zudem die Anzahl der tödlich verunglückten und schwerverletzten Radfahrenden gestiegen. Zwischen 2025 (462 Getötete, darunter 217 mit einem Pedelec) und 2015 nahm diese um knapp 21 Prozent zu und ist gegenüber 2024 um fast 4 Prozent gestiegen. Markant ist die Zunahme von getöteten Pedelec-Nutzenden (2015: 36, 2024: 195 Getötete). Diese Entwicklung ist auch bei den Schwerverletzten vergleichbar. Zugleich stieg die Anzahl der Fahrräder und E-Bikes in Deutschland innerhalb von 10 Jahren um mehr als 25 Prozent auf 90,6 Millionen im Jahr 2025. Knapp 53% (rund 2 Millionen) der verkauften Fahrräder waren im Jahr 2025 E-Bikes (ZIV – Die Fahrradindustrie). Die Studie Mobilität in Deutschland (MiD) 2023 zeigt: Die Menschen in Deutschland fahren mehr Wege und längere Strecken mit dem Fahrrad. Neue Zielgruppen werden aber nicht erreicht. Die Bedingungen für das Radfahren werden schlecht bewertet. In den größeren Städten sind etwa ein Drittel mit den Bedingungen eher unzufrieden. Nach wie vor fehlen oft Mut und Pragmatismus für Veränderungen, um eine sichere und barrierefreie Teilnahme von Fußverkehr und Radverkehr zu ermöglichen. Größere Anstrengungen sind unumgänglich, um die Ziele auf dem Weg zur Vision Zero zu erreichen und alle Verkehrsteilnehmenden bestmöglich zu schützen.


Die gemeinsame Initiative für mehr Verkehrssicherheit in Hessen soll die Aus- und Weiterbildung in der Verkehrssicherheitsarbeit unterstützen. Das Wissen aus den Regelwerken wird um aktuelle Forschungsergebnisse ergänzt. Neue Handlungsansätze sollen Impulse für Veränderungen geben. Im Fokus der diesjährigen Jubiläums-Veranstaltung steht die Verbesserung der Verkehrssicherheit im Zuge von Maßnahmen bei Erhaltung und Sanierung.

Kontakt

Fachbereich Bau-und Umweltingenieurwesen, Schwerpunkt Verkehrswesen
Prof. Dr. Jürgen Follmann

Kommunikation Haardtring 100
64295 Darmstadt

juergen.follmann@h-da.de

Fachbereich Bau-und Umweltingenieurwesen, Schwerpunkt Verkehrswesen
Mark-Simon Krause

Kommunikation Schöfferstraße 12
64295 Darmstadt

mark-simon.krause@h-da.de

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Die Anmeldung wird in Kürze freigegeben.

Programm 2026

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Das Symposium findet an der Hochschule Darmstadt in Gebäude C20 statt.