Ausstellung "Frieden in Afghanistan ...?"

von Parwiz Rahimi – 4. bis 18. Dezember 2018

Ausstellung mit öffentlichen Begleitveranstaltungen

Die Hochschule Darmstadt präsentierte im Schauraum vom 4. bis 18.12.2018 die Ausstellung Frieden in Afghanistan …? mit Eindrücken ihres Masterstudenten Parwiz Rahimi, die er vor seiner Flucht aus seiner ersten Heimat in Herat, Afghanistan in Fotografien festgehalten hat. 
Zur Vernissage am 4.12.18 fandend im Glaskasten im Hochhaus begleitend die musikalische Lesung "Warum wir hier sind. Reisegeschichten aus unserer Welt" und zur Finissage am 18.12.18 die interaktive Lesung "Ich komm auf Darmstadt zu. Firas Alshater" statt .
Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projekts "Interkulturalität in Theorie und Praxis" initiiert und in Kooperation mit der Hochschulkommunikation der h_da realisiert.

Vernissage inkl. musikalischer Lesung u. a. mit Parwiz Rahimi

Am Dienstag, 4. Dezember 2018, fand die Vernissage der Foto-Ausstellung "Frieden in Afghanistan ...?" statt, an der insgesamt etwa 100 Gäste begrüßt wurden.

Das "Duo I Giocosi" eröffnete die Begleitveranstaltung im Café Glaskasten mit einem musikalischen Programm. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Ralph Stengler, Präsident der h_da, und der Stadträtin Brigitte Hang, trugen Wozifa Khalil, Sam Zara und Parwiz Rahimi – 3 der insgesamt 19 geflüchteten Autor*innen des Buches "Warum wir hier sind. Reisegeschichten aus unserer Welt" – Auszüge aus ihren veröffentlichten Erzählungen vor. Die Idee für das Buch hatten Kristine Tauch und Bledion Vladi von "MasterPeace Wiesbaden", die die Autor*innen zum Erzählen ihrer Geschichten motiviert und das Buch im Rahmen des Projekts "The Story Store" im Sommer 2018 herausgebracht haben. Das Projekt erhielt bei dem Wettbewerb um den Deutschen Integrationspreis unter anderem finanzielle Förderung durch die Hertie-Stiftung. Die Sprachpatinnen Christine Diez und Martina Keller unterstützten die Autor*innen bei der Lesung und das "Duo I Giocosi" und Mahmoud Mohammad (Jan) begleiteten die Lesungen musikalisch.
Nach Geleitworten von Prof. Dr. Nicola Erny, Dekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Leiterin des Projekts "Interkulturalität in Theorie und Praxis", wurde die Ausstellung im SchauRaum offiziell eröffnet.

Finissage inkl. interaktiver Lesung mit Firas Alshater

Der letzte Abend der Ausstellung begann ab 17 Uhr mit einem Gespräch mit Parwiz Rahimi im Rahmen seiner gezeigten Bilder im Schauraum.
Anschließend lud ab 18 Uhr der aus Syrien stammende Autor und Webvideoproduzent Firas Alshater mit viel Humor im Café Glaskasten dazu ein, seine neue Heimat Deutschland aus seiner Perspektive kennenzulernen. Er ist unter anderem durch seinen YouTube-Kanal ZUKAR und seine Bücher „Ich komm auf Deutschland zu. Ein Syrer entdeckt seine neue Heimat“ (2016) und „Versteh einer die Deutschen. Firas erkundet ein merkwürdiges Land“ (2018) inzwischen bundesweit bekannt geworden. 

Weitere Informationen

Zur Person und den bisherigen Ausstellungen von Parwiz Rahimi

Parwiz Rahimi ist freier Fotograf und Journalist aus der Stadt Herat in Afghanistan. Er lebt seit Januar 2016 in Frankfurt am Main und ist seit Oktober 2018 Masterstudent der Hochschule Darmstadt im Studiengang International Media Cultural Work.

Nach seinem Bachelor-Abschluss English an der Universität Herat in Afghanistan im Jahre 2006 erhielt er ein Stipendium des Indian Council for Cultural Relations (ICCR) für den Masterstudiengang English (Media & Communication) an der Foreign Language University in Hyderabad in Indien, den er 2011 erfolgreich absolvierte. 

Seine beruflichen Erfahrungen erstrecken sich von der Arbeit als Moderator eines Englisch-Lernprogramms des Radios der Universität Herat bis hin zum Marketing-Koordinator dieses Radios als auch von Tolo TV. Er wirkte in nationalen und internationalen gemeinnützigen Organisationen wie dem United Nations Development Programme (UNDP) und NGO’S wie Coordination of Rehabilitation and Development Services for Afghanistan (CRDSA) mit und war ehrenamtlicher kultureller Berater bei Women and Children Welfare in Herat. Er bildete 2014 regionale Wahlhelfer*innen für die Präsidenschaftswahlen in Afghanistan für die Independent Election Commission (IEC) aus. Auf Grund seiner satirischen Schriften, in denen er Korruption bei den Präsidenschaftswahlen kritisierte, sowie öffentlicher Kritik an Religiösem, wurde er sowohl zur Zielscheibe von der Regierung als auch von den Taliban. Diese bedrohten die Wahlbeteiligten und nachdem schließlich sein Zuhause von den Taliban überfallen worden war und er um sein Leben fürchten musste, entschied er sich zu fliehen. Daher verließ er Ende 2015 seine Heimat und kam nach Deutschland, wo er seine zweite Heimat finden konnte.

In Deutschland war er zunächst im Jahre 2016 Gaststudent an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). An der Hochschule Darmstadt (h_da) besuchte er von Januar bis Oktober 2018 das Propädeutikum für geflüchtete Studieninteressierte, um sich gezielt auf ein reguläres Studium an einer deutschen Hochschule vorzubereiten. Seit Oktober 2018 ist er regulärer Masterstudent der Hochschule Darmstadt im Studiengang International Media Cultural Work.
 

Ausstellungen 

  • Frieden in Afghanistan ...?
    Zeit: 4.−18.12.2018
    Ort: schauraum h_da, Hochschule Darmstadt
    Veranstalterin: Hochschule Darmstadt, initiiert im Rahmen des Projekts "Interkulturalität in Theorie und Praxis"
    Web: „Interkulturalität in Theorie und Praxis" der h_da
  • Gesicht und Gefühl
    Zeit: seit 26.09.2017, Dauerausstellung
    Ort: IB- Beratungsstelle für AsylantragstellerInnen, Frankfurt
    Veranstalter: Internationaler Bund e. V. 
    Web: "Zusammen: bewegt & bunt" vom Internationaler Bund e. V. (Seite 10/40)
  • Photography, criticism and participation
    gemeinsame Ausstellung mit dem Kriegsfotografen Hosam Katan
    Zeit: 10.10.2017
    Ort: Volkshochschule Heidelberg
    Veranstalter: Reallabor Asyl, im Rahmen der Reihe "Erfahrung weiter-leben", einem Projekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der Universität Heidelberg und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Kooperation mit der Volkshochschule Heidelberg und academic experience Worldwide e.V.
    Web: Projekt "Erfahrung weiter-leben
    Presse: Rhein-Neckar-Zeitung (14.10.2017) 
  • Smile Afghanistan
    Zeit: 9.−11.9.2016
    Ort: Gallus-Theater, Frankfurt
    Veranstalter: Frankfurter Zukunftsrat e. V. und Frankfurter Kultur Komitee e. V., im Rahmen des Projekts „Die verlorene Kultur – Geflüchtet präsentieren"
    Web: Einladung auf der Seite der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) 
  • Smile Afghanistan
    Zeit: 23.6.−14.7.2016
    Ort: Café Knobbe, Frankfurt
    Veranstalter: Artes Forum e. V.
    Web: Artes Forum
    Presse: Artikel der Frankfurter Rundschau (23.06.2016)
  • Herat's Feature (Sammelausstellung)
    Zeit: 12.−18.11.2013
    Ort: Kulturhaus Herat, Afghanistan
    Veranstalter: United Nations Development Programme/Afghanistan Sub-National Governance Programme II (UNDP/ASGP) im Rahmen der gleichnamigen Sammelausstellung
  • Herat Perspective (Sammelausstellung)
    Zeit: 1.−8.6.2013
    Ort: Amtsgebäude des Oberbürgermeisters von Herat
    Veranstalter: The Asia Foundation im Rahmen der gleichnamigen Sammelausstellung
     

Kulturelle und soziale Projekte

  • Frankfurt durch meine Linse 
    Eigenes ehrenamtliches Projekt von Parwiz Rahimi für Jugendliche und junge Menschen mit Migrationshintergrund im NETZWERK PLUS+ des Deutschen Roten Kreuzes Frankfurt seit August 2018.
    Nach einer Einführung der geflüchteten Teilnehmer*innen in die Fotografie und speziell die Fotografie mit dem Smartphone leitet Parwiz Rahimi etwa zwei Ausflüge pro Monat mit ihnen und begleitet sie bei dem künstlerischen Prozess, um ihre neue Heimat in Form von Fotografien darzustellen. Er möchte mit seinem Projekt gegen Stigmatisierung von Geflüchteten entgegenwirken und die Teilnehmer*innen als Künstler*innen und Menschen mit Fähigkeiten von gesellschaftlichem Wert vorstellen.
  • Women and Children Welfare 
    Parwiz Rahimi spendet seit August 2018 etwa 30% des Erlöses aus dem Verkauf seiner ausgestellten Bilder über die Kooperation mit academic experience Worldwide e. V. an die NGO Women and Children Welfare in Afghanistan, die er seit 2012 ehrenamtlich als Kulturberater unterstützt.  
  • Sammlung Divers 
    Mitarbeit im Sommer 2016 Projekt des Historischen Museums Frankfurt in Kooperation mit academic experience Worldwide e. V., bei dem Exponate des Museums aus Perspektive Geflüchteter in Zusammenarbeit mit Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt beschrieben und für einen Audio-Guide gesprochen wurden, von ihm auf Englisch und Farsi. Der Audioguide ist weiterhin im Museum nutzbar. 
    Web: Beispiel Audioguide zu dem Exponat von Radio von Giuseppe Bruno, gesprochen von Parwiz Rahimi
    Presse: Journal Frankfurt (12.8.2016)

Mitgliedschaften 

Kontakt Parwiz Rahimi

Auch die Presse berichtete über die Ausstellung: