Zehn Jahre – Zehn Highlights
1. Das Promotionsrecht
Am 1. Januar 2016 trat das neue hessische Hochschulgesetz in Kraft, das den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften erstmals das eigenständige Promotionsrecht für forschungsstarke Fachrichtungen zubilligte. Bis dahin war die Promotion nur in Kooperation mit Universitäten möglich. Für die h_da das wichtigste hochschulpolitische Ereignis des Jahrzehnts, auf das sie lange hingearbeitet hat. Schon 2013 hatte sie als erste hessische und eine der ersten Fachhochschule bundesweit eine Graduiertenschule zur Unterstützung kooperativ Promovierender eingerichtet. Ende 2017 eröffnete die h_da das bundesweit erste hochschulübergreifende Promotionszentrum „Angewandte Informatik“. Es folgte das Promotionszentrum Soziale Arbeit, das sie gemeinsam mit der Hochschule RheinMain, Frankfurt University of Applied Sciences und der Hochschule Fulda unterhält. Erstmals in Deutschland können Interessierte an der h_da seit 2019 einen „Doktor der Nachhaltigkeitswissenschaften“ erlangen. In dem neuen Promotionszentrum für Nachhaltigkeitswissenschaften arbeiten 16 Lehrende aus den Bereichen Kunststofftechnik, Maschinenbau, Bau- und Umweltingenieurwesen, Elektrotechnik, Chemie- und Biotechnologie, den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften, der Ökonomie sowie den Geistes- und Kommunikationswissenschaften
2. Aus FH wird HAW
Das „Fach“ hatte die Hochschule Darmstadt schon zehn Jahre zuvor aus ihrem Namen gestrichen, seit Januar 2016 gibt es den Hochschultyp auch offiziell nicht mehr. Stattdessen lautet der Titel nun „Hochschule für Angewandte Wissenschaften“, kurz HAW. Die Umbenennung im Rahmen der Reform des Hessischen Hochschulgesetzes würdigt die Leistung in der anwendungsorientierten Forschung.
3. Nachhaltigkeit als Markenkern
Bis 2030 will die h_da mitsamt aller Gebäude klimaneutral werden. Erstmals gibt es eine Vizepräsidentin, die sich um die nachhaltige Entwicklung der Hochschule kümmert. Auch in Lehre und Forschung sind Klima- und Ressourcenschutz prägendes Element. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission haben die h_da 2014 erstmals und 2017, 2019 und 2021 erneut als Vorbild für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Nachhaltigkeit ist ein Anliegen jenseits der Fachbereichsgrenzen. Studierende, Lehrende und Beschäftigte der Hochschule starteten schon früh - gemeinsam mit Akteuren aus der Region – entsprechende Initiativen und Studiengänge. Die Exzellenzinitiative des Bundes würdigt die Entwicklung der h_da in der Förderlinie „Innovative Hochschule“.
4. Die h_da ist Studienmagnet
Im vergangenen Jahrzehnt ist die Zahl der Studierenden um mehr als 50 Prozent gewachsen. Studierten 2010/11 noch rund 10 000 junge Menschen an der h_da, waren es 2021 rund 16 500. Erstmals fand 2015 die Erstsemester- Begrüßung an zwei Tagen und zwei Standorten statt, weil für die vielen „Neuen“ kein geeigneter Raum gefunden werden konnte. Bis 2018 stiegen die Studierendenzahlen elf Mal in Folge auf ein Rekordhoch von über 17 000 Immatrikulierten, davon rund ein Drittel Frauen. Herausforderung und Chance zugleich: Es kamen neue Studiengänge wie Gebäudesystemtechnik oder Wirtschaftspsychologie dazu, stark gewachsen ist ebenso der Medienbereich. Über 70 eigenständige Studiengänge an 12 Fachbereichen stehen heute zur Wahl – 37 mit Bachelor-, 32 mit einem Master sowie zwei Studiengänge mit Diplom-Abschluss. Zuschüsse von Bund und Land flossen in den Ausbau bestehender und neuer Studiengänge, in zusätzliches Personal, Sachmittel, Gebäudeerweiterungen und Neubauten. Das neugegründete Hochschulzentrum für Studienerfolg und Berufsstart unterstützt Studierende mit Vorbereitungskursen etwa in Mathematik, mit E-Learning und speziellen Schulungsangeboten. Zur Qualitätssicherung veranstaltet die h_da seit 2018 einen Tag der Lehre und vergibt Lehrpreise für didaktische Wissensvermittlung und innovative Ideen.
5. Viel Bewegung auf dem Campus
Die Hochschule wächst mit hohem Tempo. 2011 bezog die h_da ihr aufwendig saniertes Hochhaus in der Schöfferstraße. Rund 185 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt 2020 und dem Heureka-Programm des Landes werden bis 2025 in Um- und Neubauten auf dem Campus Schöfferstraße und in Dieburg investiert. Zwei neue Hörsaalgebäude mit vier Sälen wurden in Darmstadt errichtet, eine Fahrzeughalle mit modernem Rollenprüfstand und Laboren gebaut, ein Lernzentrum mit Zugang zur Bibliothek und das Haus der Energie eröffnet. 2017 zog der Fachbereich Chemie- und Biotechnologie mit seinen rund 700 Studierenden in seinen Neubau auf dem Campus Schöfferstraße. Das Gebäude mit modernen Lehr- und Forschungslaboren, Hörsälen und Büros vereint die beiden Fachbereiche, die mehr als ein Jahrzehnt an unterschiedlichen Standorten untergebracht waren. Architektonisch setzt das energieeffiziente Gebäude ein Glanzlicht: Ein großes, blaues O, Künstlerplastik und Symbol für das Element Sauerstoff, lehnt an der nordöstlichen Gebäudekante.
6. Ein eigenens Haus für die Studierenden
Eine Perle der Campusentwicklung ist das Studierendenhaus, das für 33 Millionen Euro aus Mitteln des Hochschulpaktes 2020 entstand. Ein Novum: Für den fünfgeschossigen Neubau hat die h_da erstmals die Bauherrschaft übernommen und früh auch künftige Nutzer*innen in die Planung einbezogen. Das Studierendenhaus beherbergt Lern- und Arbeitsbereiche für Studierende, Teile des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) sowie Serviceeinrichtungen der Hochschule. Ein Ort für das soziale Miteinander und Portal zum Campus Schöfferstraße.
7. Campus Dieburg feiert Jubiläum
Dieburg ist der zweite große Standort der Hochschule und als Mediencampus einmalig. Im WS 1968/69 startete der Lehrbetrieb -zunächst als Ingenieur-Akademie der Bundespost, später als Fachhochschule der Post und Telekom. Seit 2000 gehört der Campus zur h_da. Die Fachbereiche Media und Wirtschaft sind dort beheimatet - mit rund 3600 Studierenden in anwendungsorientierten und hochmodernen Studiengängen wie Animation & Game, Onlinekommunikation, Sound and Music Production oder Logistik-Management. Das 40.000 Quadratmeter große Ensemble steht unter Denkmalschutz. Ein architektonisches Schmuckstück der Moderne, in dessen Sanierung und Ausbau Land und h_da mehrstellige Millionenbeträge investieren.
8. Ausgezeichnete Hochschule
2012 eröffnete das Familienbüro. Ziel ist die bessere Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie. Als erste hessische Hochschule wurde die h_da 2015 vom Land als „Familienfreundliche Hochschule“ ausgezeichnet. Für die h_da gilt ebenso die Charta „Familie in der Hochschule“ sowie die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Pflege, die ein besseres Miteinander von Studium, Beruf und Wissenschaft mit dem Familienleben fördert.
9. h_da goes Europe
Seit 2020 bildet die h_da gemeinsam mit sieben Partner-Universitäten die Allianz „European University of Technology“, kurz EUt+. Die h_da ist die einzige deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die für eine solche Allianz von der EU-Kommission gefördert wird. Der europäische Verbund vereint 100 000 Studierende und 12 000 Mitarbeitende. Ziel ist es, die Universitäten immer stärker miteinander zu verschmelzen. In einem ersten Schritt sollen Lehrende Lehrinhalte besser abstimmen, damit Studierende Module nahtlos auch an Partnerhochschulen belegen können. Ziel sind unter anderem gemeinsame europäische Studienabschlüsse. Zur Allianz gehören die Technischen Universitäten Sofia, Limassol, Troyes, Dublin, Riga, Cartagena und Cluj-Napoca.
10. Schub für Forschung und Digitalisierung
Das Corona-Virus sorgte gleich für mehrere Ausnahmesemester. Im Sommer 2020 musste der Präsenzbetrieb binnen Wochen digitalisiert werden. Eine interdisziplinäre Taskforce und ein vom Präsidium geleiteter Planungsstab navigierten die h_da durch die Pandemie. Soft- und Hardware wurden angeschafft, didaktische und methodische Konzepte erarbeitet. Ein Team aus Informatik-Fachleuten passte sogar das Open-Source-Videokonferenzsystem „Big Blue Button“ an die Anforderungen der Lehre an – so erfolgreich, dass es mittlerweile auch an Schulen und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst genutzt wird. Dank der Anstrengung aller h_da-Angehörigen konnten fast alle Lehrveranstaltungen online gehalten werden und 99,5 Prozent der Klausuren stattfinden. Der TÜV bescheinigt der h_da ein „hervorragendes Corona-Management“. Diesen Digitalschub setzt die Hochschule für die Präsenzlehre fort. Mit über 400 Beteiligten, Kollegen und Kolleginnen hat die h_da ihre Entwicklungs- und Strategieplanung vorangetrieben. Ziel sind transdisziplinäre Studiengänge, eine fachübergreifende Studienfeldorientierung, eine stärkere Internationalität und ein niedrigerer CO2-Fußabdruck.