Datennutzung und Videokonferenzen

Unser Tipp

Übertrage nur so viele Daten wie nötig!

  • Prüfe, ob eine Videokonferenz wirklich notwendig ist. Für ein kurzes Gespräch reicht ein Telefonat oft aus.
  • Schalte deine Kamera im nächsten Meeting aus, wenn du sie nicht wirklich benötigst. Reduziere außerdem die Übertragungsqualität, wenn du keine HD-Auflösung benötigst.
  • Ermutige auch andere Teilnehmer*innen, ihre Kamera auszuschalten.

Weniger Daten, weniger Energieverbrauch

In unserem Alltag ist das Streaming von Medien über YouTube, Netflix, TikTok und Co. allgegenwärtig. Ganz wie der Name schon sagt, strömen aber bei jeder Übertragung von Video- und Audiomedien eine große Menge an Daten durch das Internet. Der Down- und Upload von Daten benötigt Energie – sowohl bei uns vor Ort als auch in Rechenzentren – und verursacht dadurch Treibhausgasemissionen. Auf ein Jahr gerechnet könnte jede Person im Mittel rund 0,7 kg CO2e sparen, wenn sie auf nur eine Stunde Streaming pro Woche verzichtet (Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum, 2026).

Im Berufs- und Studienalltag wird insbesondere der Energiebedarf von Videokonferenzen oft unterschätzt. Gerade seit der Pandemie werden viele Meetings digital abgehalten. Laut Microsoft ist die wöchentliche Zeit, die Nutzer*innen in Meetings verbringen, zwischen 2020 und 2022 um 252 % gestiegen. Gleichzeitig nahm die Anzahl der wöchentlichen Meetings um 153 % zu (Microsoft, 2026).

Schon mit der einfachen Maßnahme des Kamera-Ausschaltens lässt sich der Ressourcenverbrauch einer Videokonferenz maßgeblich reduzieren. So stellten Wattenbach et al. (2022) in einer Untersuchung der mobilen Google-Meet- und Zoom-Apps fest, dass der Energieverbrauch bei eingeschalteter Kamera mit 274 % bzw. 285 % in ihren Tests deutlich höher lag. Auch die Übertragungsqualität beeinflusst den Energiebedarf: Wer keine HD-Auflösung benötigt, kann die Bildqualität reduzieren.

Obringer et al. (2021) berechnen für ein konkretes Szenario, dass das Ausschalten der Kamera die monatlichen CO2e-Emissionen von 9,4 kg auf 0,377 kg reduzieren kann – also um etwa den Faktor 25. Vereinfacht gesagt: Wo eine Minute Videotelefonie anfällt, könnte man unter diesen Annahmen knapp 25 Minuten ohne Video telefonieren. Der gesamte Umweltfußabdruck – einschließlich Treibhausgasemissionen sowie Wasser- und Landnutzung – konnte dabei um bis zu 96 % sinken.

Gleichzeitig können virtuelle Termine je nach Veranstaltungsformat eine umweltfreundliche Alternative zu Präsenzveranstaltungen sein, wenn dadurch lange Anreisen vieler Teilnehmer*innen entfallen. Periyasamy et al. (2022) verglichen beispielsweise eine virtuelle und eine Präsenzkonferenz und fanden für die virtuelle Veranstaltung deutlich geringere Treibhausgasemissionen. Zusätzlich konnten die Treibhausgasemissionen durch das Anpassen der Übertragungsqualität und den Verzicht der Kameranutzung um weitere 80 % reduziert werden.

Lust weiterzulesen?

Obringer et al. (2021): The overlooked environmental footprint of increasing Internet use, Resources, Conservation and Recycling, 167, https://doi.org/10.1016/j.resconrec.2020.105389.

Periyasamy et al. (2022): Carbon Emissions from Virtual and Physical Modes of Conference and Prospects for Carbon Neutrality: An Analysis From India, Air, Soil and Water Research, 15, https://doi.org/10.1177/1178622122109329.

Wattenbach et al. (2022): Do you have the energy for this meeting?: an empirical study on the energy consumption of the Google Meet and zoom Android apps, Proceedings of the 9th IEEE/ACM International Conference on Mobile Software Engineering and Systems (MOBILESoft '22), https://doi.org/10.1145/3524613.3527812.

Microsoft Teams Statistiken (zuletzt aufgerufen 30.09.2026), https://www.microsoft.com/en-us/worklab/work-trend-index/great-expectations-making-hybrid-work-work

Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (zuletzt aufgerufen 30.09.2026), https://nachhaltigerkonsum.info/klimawaage-annahmen-berechnungen-quellen#strom

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