Suffizienz

Unser Tipp

Prüfe, ob du auf manche Energieverbräuche grundsätzlich verzichten kannst!

  • Fang klein an: Um den Weg zu einem genügsameren Lebensstil einzuschlagen, reicht es, mit kleinen Dingen anzufangen. Nimm zum Beispiel ab und zu die Treppe, anstatt den Aufzug zu nehmen – und spare dabei ganz nebenbei Energie.
  • Teile statt doppelt anzuschaffen: Wenn du auf ein elektrisches Gerät nicht vollständig verzichten kannst, kannst du es vielleicht mit anderen Menschen teilen oder es zumindest seltener nutzen.

Weniger ist mehr

Beim Energiesparen ist Effizienz natürlich ein Begriff von zentraler Bedeutung. Wenn ich ein Gerät verwenden kann, das für die gleiche Funktion weniger Energie benötigt, kann ich die Energiedifferenz einsparen. Dennoch spricht Energieeffizienz nur einen Teil des Problems an. Entsprechend sollte mein erster Gedanke nicht zwangsläufig sein: „Kann ich einen Monitor kaufen, der weniger Energie verbraucht?“. Die Frage „Wie kann ich mein Verhalten anpassen, damit ich weniger Energie verbrauche?“ kommt dem Kern des Problems schon etwas näher und bietet neue Perspektiven. Wenn ich noch einen Schritt weiter gehe und mich frage: „Benötige ich für meine Arbeit überhaupt einen zweiten Monitor?“, habe ich das Prinzip der Suffizienz verinnerlicht.
 
Studien zeigen, dass technische Effizienzmaßnahmen und der Ausbau erneuerbarer Energien allein möglicherweise nicht ausreichen werden, um die Treibhausgasemissionen ausreichend zu reduzieren. Verhaltensänderungen hin zu einem genügsameren Lebensstil können darüber hinaus einen wichtigen Beitrag leisten, den Energiebedarf signifikant zu senken, werden in Energiemodellierungen aber häufig noch nicht ausreichend berücksichtigt (Samadi et al., 2017)

Bauer & Sterner (2025) belegen, dass Suffizienz kein abstraktes theoretisches Konzept ist, sondern einen erheblichen Beitrag leisten kann, den Energiebedarf in Deutschland zu senken. In ihrem Energiemodell könnte eine Kombination von technischen Maßnahmen und angemessenen Lebensstilanpassungen den Gesamtenergiebedarf Deutschlands bis 2050 um 61% gegenüber 2019 reduzieren, ohne den Lebensstandard grundsätzlich zu verringern. Wiese et al. (2024) stellen sogar heraus, dass Suffizienzmaßnahmen die Schlüsselrolle auf dem Weg der Transformation zu einem treibhausgasneutralen Europa mit geringerem Energiebedarf und höherer Energiesicherheit spielen können.

Lust weiterzulesen?

Forschungsprojekt EnSu (zuletzt abgerufen: 05.10.26), Die Rolle von Energiesuffizienz in Energiewende und Gesellschaft, https://energysufficiency.de/

Samadi et al. (2017): Sufficiency in energy scenario studies: Taking the potential benefits of lifestyle changes into account, Technological Forecasting and Social Change, 124, http://dx.doi.org/10.1016/j.techfore.2016.09.013

Bauer & Sterner (2025): Impacts of lifestyle changes on energy demand and greenhouse gas emissions in Germany, Renewable and Sustainable Energy Reviews, 207, https://doi.org/10.1016/j.rser.2024.114944

Wiese et al. (2024): The key role of sufficiency for low demand-based carbon neutrality and energy security across Europe, Nature Communications, 15, https://doi.org/10.1038/s41467-024-53393-0

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