Vl: Stefanie Gmelin (Förderverein Fachbereich Gestaltung), Prof. Tobias Katz (h_da), Sidney Gschwender (Preisträger Kommunikationsdesign), Zoe Seyfert (Preisträgerin Industriedesign), Prof. Tom Philipps (h_da), Philip Krämer (Geschäftsführer Entega NATURpur Institut). Foto: h_da/Stefan Bayer Vl: Stefanie Gmelin (Förderverein Fachbereich Gestaltung), Prof. Tobias Katz (h_da), Sidney Gschwender (Preisträger Kommunikationsdesign), Zoe Seyfert (Preisträgerin Industriedesign), Prof. Tom Philipps (h_da), Philip Krämer (Geschäftsführer Entega NATURpur Institut). Foto: h_da/Stefan Bayer

h_da verleiht erstmals Nachwuchspreis für gute Gestaltung

Sidney Gschwender und Zoe Seyfert sind die Träger des erstmals vergebenen Nachwuchspreises für gute Gestaltung. Er wird verliehen vom Förderverein des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt (h_da) und prämiert die besten Diplomarbeiten eines Jahrgangs am Fachbereich. Dotiert ist der Preis mit jeweils 500 Euro. Finanziert wird er vom Förderverein zusammen mit dem „Entega NATURpur Institut“.

Von Simon Colin, Redakteur Hochschulkommunikation

Mal Hand aufs Herz: Die wenigsten Menschen lesen sich bei Vertragsabschluss die AGBs durch. Vielmehr klicken sie auf „Abschließen“, ohne die Vertragsbedingungen genau zu kennen. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich Sidney Gschwender in seiner künstlerischen Installation „Terms & Conditions – Die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Lebens“. Für seine Diplomarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign erhält er den Nachwuchspreis für gute Gestaltung.

Betritt man seine interaktive Installation, hat man schon seine Einwilligung gegeben, wird automatisch fotografiert und bekommt hierfür einen Beleg. Auf mehreren Bahnen voller Text listet Sidney Gschwender zudem 900 Paragraphen mit allgemeinen Geschäftsbedingungen des Lebens auf – Normen und Verhaltensweisen, die von Geburt an gelten, die man aber nie bestätigt. Laut Jury zeigt die Arbeit ohne erhobenen Zeigefinger, wie Design komplexe gesellschaftliche Fragestellungen vermitteln und erlebbar machen kann.

Eine neue Form des klassischen Werkzeugkastens ist „MINNA“, entwickelt von Zoe Seyfert nach dem Ansatz des universellen Designs. Er richtet sich speziell an Menschen mit Einschränkungen und auch an ältere Menschen, die mit klassischen Werkzeugen nicht gut zurechtkommen. Zoe Seyfert hat fünf verschiedene Griffe für Schraubgeräte entworfen, die unterschiedlichen Formen von Händen und Fingern gerecht werden. Ein zusätzliches Klettband um Hand und Werkzeug sorgt bei Bedarf für einen besseren Griff. Speziell designte Schraubaufsätze lassen sich einfacher als bei konventionellen Werkzeugen anbringen.

Für ihre Diplomarbeit im Studiengang Industriedesign erhält auch Zoe Seyfert den Nachwuchspreis für gute Gestaltung. Laut Jury bietet die Arbeit eine einfache, zugängliche und ästhetisch überzeugende Lösung für komplexe Anforderungen. Im Sinne des universellen Designs mache sie das Leben von Menschen einfacher, selbstbestimmter und gerechter.

Der Jury des Nachwuchspreises für gute Gestaltung gehören an: Stefanie Gmelin, Vorstandsmitglied des Fördervereins des Fachbereichs Gestaltung, Atelier Löwentor (Darmstadt), h_da-Kommunikationsdesign-Professor Hagen Schwenk sowie Gastjurorin Helena Kiefer (Projektleiterin WDC Frankfurt/Rhein-Main), Gastjuror Charalampos Lazos (Kraus Lazos Design Practive, Darmstadt) sowie Laurin Emmerich und Sarah Ginnane (ausgezeichnet mit dem Merck-Preis für Design 2025).