Meldung - Einzelansicht

Abkühlung marsch: Der Hitzeschutzpavillon der h_da versprüht aus Düsen im oberen Ring regelmäßig einen kühlenden Sprühnebel. Abkühlung marsch: Der Hitzeschutzpavillon der h_da versprüht aus Düsen im oberen Ring regelmäßig einen kühlenden Sprühnebel. Foto: h_da/Simon Colin

Mit dem Hitzeschutzpavillon bieten h_da und Wissenschaftsstadt Darmstadt Linderung bei heißen Temperaturen

Der diesjährige Hitzesommer ist für viele Menschen belastend. Schnelle Linderung bei heißen Temperaturen verspricht der Hitzeschutzpavillon der Hochschule Darmstadt (h_da). Studierende aus der Architektur und dem Bau- und Umweltingenieurwesen haben ihn interdisziplinär entworfen, geplant und gebaut. In Kooperation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt steht er noch bis Ende September auf der Theaterwiese neben dem Hessischen Staatsarchiv und versprüht regelmäßig einen kühlenden Wassernebel.

Von Simon Colin, Redakteur Hochschulkommunikation

Die Form des gut fünf Meter hohen, begehbaren Bauwerks erinnert an klassische Kühltürme, besteht aber aus Wasserrohren, feinem Gerüstnetz und Terrassendielen und wirkt somit filigran und ästhetisch. Regelmäßig versprüht der Pavillon von oben einen feinen Wassernebel, der durch Verdunstung den Pavillon und seine direkte Umgebung um mehrere Grad Celcius abkühlt. Als urbanes Naturerlebnis soll der Hitzeschutzpavillon einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.

„Wir möchten mit dem Hitzeschutzpavillon zudem einen temporären Aufenthaltsort schaffen, der zum Verweilen und zum sozialen Austausch in kühler Umgebung einlädt“, sagt Jakob Zimmer aus dem studentischen Projektteam. „Hierfür bieten sich Sitzbänke rund um und direkt im Pavillon an. Hier klingt der Sprühnebel wie ein leichter Sommerregen und riecht auch so.“

„Jegliche Kühlung im Stadtraum ist in diesem extremen Hitzesommer willkommen“, sagt Michael Kolmer, Klimaschutzdezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Wir freuen uns auf das Gemeinschaftsprojekt mit der Hochschule Darmstadt und sehen dieses als Auftakt für mögliche weitere Sprühnebelanlagen und Aktionen im kommenden Sommer“.

Entstanden ist der Hitzeschutzpavillon im Rahmen interdisziplinärer Lehrveranstaltungen in den Fachbereichen Architektur und Bau- und Umweltingenieurwesen. Die Projektidee ging aus der „Beat the Heat“-Hitzekampagne des Green Office der h_da hervor. Aus 20 Pavillonentwürfen wurde schließlich der Hitzeschutzpavillon in einem internen Wettbewerb als Siegerentwurf gekürt.

Über Monate hinweg entwickelte ein Team aus Studierenden und Lehrenden um Architektur-Professor Matthias Maier den Pavillon fort und legte dabei viel Wert auf ressourcenschonenden Materialeinsatz, zirkuläre Wiederverwertbarkeit und Materialeinsatz in neuem Kontext. Dazu zählt ein geläufiges Gerüstnetz, das die Wasserrohre wie eine zarte Haut umhüllt und einen Abperleffekt hat. Prof. Dr. Harald Nelke aus dem Studiengang Bauingenieurwesen kümmerte sich im Rahmen einer von ihm betreuten Masterarbeit um die Statik und die notwendigen konstruktiven Optimierungen, so dass ein sicherer und belastbarer Stand auch bei Wind und Wetter gewährleistet ist.

Über die Sommerwochen hinweg stand der Hitzeschutzpavillon im Rahmen des World Design Capital Frankfurt Rhein-Main Campus im Metzlerpark in Frankfurt am Museum für Angewandte Kunst. Darmstadts Klimaschutzdezernent Michael Kolmer holte ihn schließlich in die Darmstädter Innenstadt.