Im Zeichen von Liebe, Toleranz und Vielfalt
„Ich möchte starken Initiativen mehr Sichtbarkeit geben“
Nini Tsamelasvili
Bitte stell dich kurz vor: Wer bist du? Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich bin Nini, studiere Onlinekommunikation und arbeite im HUB31 im Bereich Kommunikation und Social Media. Ich würde mich als kreativ und neugierig beschreiben. Besonders spannend finde ich die Frage, wie Kommunikation wirken kann und welche Rolle Kreativität dabei spielt – visuell, schriftlich oder strategisch. Es macht mir viel Spaß, aus einer ersten Idee ein richtiges Konzept zu entwickeln und dabei zu überlegen, wie sich etwas auf schöne und sinnvolle Weise kommunizieren lässt. Gleichzeitig interessiert mich, wie Kreativität Menschen helfen kann, neue Perspektiven zu entwickeln, sich auszudrücken und Ideen überhaupt erst entstehen zu lassen.
Wie heißt deine Idee? Wem oder wobei könnte sie helfen?
Ich möchte gerne mit Start-ups, NGOs, Unternehmen oder Selbstständigen zusammenarbeiten, die die Welt ein Stück besser machen wollen. Oft gibt es starke Ideen, wichtige Themen und gute Initiativen, aber nicht immer ist klar, wie man diese nach außen kommunizieren kann oder welches Format überhaupt passt. Genau da möchte ich ansetzen. Ich möchte meine Fähigkeiten nutzen, um starke Initiativen, die Menschen zum Nachdenken bringen, mehr Sichtbarkeit zu geben.
Was macht die exist Women-Förderung für dich besonders wertvoll?
exist Women gibt mir sehr viel Motivation. Zu sehen, wie viel Leidenschaft jede Einzelne für ihr eigenes Thema mitbringt, finde ich unglaublich inspirierend. Diese Atmosphäre und die Menschen dahinter sind für mich eigentlich das Wichtigste am ganzen Programm. Und ich muss hier auch unsere Gründungsberaterin Dorothea Böhmer erwähnen, die so liebevoll mit uns und unseren Gründungsthemen umgeht. Das Programm schafft für mich einen Raum, in dem ich motivierter werde, neue Menschen kennenlerne und meine eigene Idee weiterverfolge.
Frauen gründen anders: Klischee oder Wahrheit?
Ich glaube, jede Person gründet anders. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass Frauen teilweise mit anderen Voraussetzungen, Zweifeln oder Erwartungen starten. Genau deshalb können Netzwerke wie exist Women so hilfreich sein. Für mich geht es weniger darum, ob Frauen grundsätzlich anders gründen. Viel wichtiger ist, ihnen mehr Raum, Unterstützung und Sicherheit zu geben, damit aus einer Idee irgendwann wirklich etwas entstehen kann.
Wer oder was hat dir bisher Inspiration oder Mut gegeben?
Meine allererste Inspiration war Kelly Mackenzie. Sie hat in London eine Agentur gegründet und einmal einen Post über Frauen in kreativen Berufen veröffentlicht. Darin stand: „60 % of junior design positions are held by women, yet only 11 % of Creative Directors are women.“ Dieser Post ist mir im Kopf geblieben. Tatsächlich denke ich seit fast einem Jahr immer wieder daran. Das exist Women Stipendium gibt mir das Gefühl, dass ich selbst einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, diese Statistik irgendwann ein bisschen fairer zu machen.
Hast du schon längerfristige Ziele?
Langfristig wünsche ich mir eine Agentur, die Strategie und Kreativität miteinander verbindet und dabei einen eigenen, wiedererkennbaren Stil entwickelt. Mir ist dabei nicht wichtig, einfach möglichst groß zu werden. Ich möchte etwas aufbauen, das wirklich zu meiner Art zu arbeiten und zu meinen Werten passt.
Kreativität ist für mich viel mehr als ein Beruf. Für mich persönlich ist sie zwar ein großer Teil meiner Arbeit und wahrscheinlich auch der Grund, warum ich diesen Weg gehen möchte. Aber Kreativität muss nicht für jeden Menschen zum Beruf werden. Sie kann genauso gut ein kleines Hobby sein, ein Moment zum Abschalten oder einfach ein Raum, in dem man etwas nur für sich selbst macht. Genau diesen Gedanken möchte ich auch mit meiner Agentur weitergeben.
Kreative Tätigkeiten können dabei helfen, Stress abzubauen, Gedanken zu sortieren und das eigene Wohlbefinden zu stärken. Schon kleine kreative Momente im Alltag können wertvoll sein.
Deshalb möchte ich langfristig neben meiner Agenturarbeit auch Kreativworkshops anbieten. Darin soll es darum gehen, wie Menschen mit kreativen Blockaden umgehen können und wie unterschiedliche kreative oder künstlerische Methoden dabei helfen können, wieder neue Ideen zu entwickeln. Die Workshops sollen Menschen helfen, wieder Zugang zu ihrer eigenen Kreativität zu finden, kreative Blockaden zu lösen und zu erleben, dass Kreativität nicht nur für Designerinnen, Künstler oder andere kreative Berufe da ist.
Eine kreative Agentur, die Ideen sichtbar macht und gleichzeitig Kreativität als alltägliche Ressource stärkt.
Studiengang
Onlinekommunikation (B.Sc.)
Förderung
exist Women (2026)
Interview
Camila Muñoz, Daniel Timme
Oktober 2026